Rieken, ElisabethBemerkungen zum Ursprung einiger Merkmale der Anatolischen Hieroglyphenschrift
Die Welt Des Orients, 45.2 (2015) 216–231, hier 217. Online
Manu RasterHieroglyphenluwisches Lexikon
Münster, 2007 Online
eDiAna
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Das Bedürfnis sich zu orientieren und den richtigen Weg zu finden, führt zum Messen und Kartieren, insbesondere im unbekannten Raum. Weglängen bestimmen und Richtungen an Punkten in der Natur zu bestimmen, erfordert mathematisches Denken.
Die ältesten Quellen dazu sind
Eratosthenes von Kyrene (um 284 - um 202 BC) die erste Gradnetzkarte mit Längen- und Breitenangaben in seinem Buch Geographika.Himmelsrichtungen sind nicht naturgegeben, sondern ein Denkmodell, das den Stand der Sonne und der Sterne zugrundelegt. Überall dort, wo Gräber, Megalithbauten, Tempel, Pyramiden sehr genau nach den Himmelsrichtungen angelegt wurden, muss es auch ein Messverfahren und Messwerkzeuge gegeben haben.
Schmidt-Kaler, T.; Schlosser, W. Körpermaße sind das einfachste Mittel, den unbegrenzte Raum vergleichbar zu erfassen, etwa der Doppelschritt. Der Wunsch nach einheitlichen Maßen führt um Messseil. Meßstab und Meßseil sind die ältesten technischen Hilfsmittel beim Vermessen. Dabei bestimmte man
Dieter Lelgemann, Eberhard Knobloch, Andreas Fuls, Andreas KleinebergHoskin, M., Hochsieder, P., Knösel, D.Minow, HelmutParanina, AlinaSeti I. (1306–1290 BC).C. SchoyС.К Стафеев, М.Г. Томилин et al.Die dazu nötigen Fähigkeiten und Werkzeuge verbinden Landvermesser mit Navigatoren auf See, Kundschafter mit Geographen und alle mit Kartographen.
Die Expedition Alexanders des Großen 336 bis 323 BC war auch ein Heereszug des Wissens, begleitet von Handwerkern, Technikern, Philosophen, Geographen, Bematisten, Ärzten usw. Wissen, das letztlich in der Bibliothek von Alexandria gesammelt wurde. Seine Route (Karte) führte über drei Kontinente, bis an den Nil in Afrika, bis zum Ferghana-Tal zwischen Tien-Schan und Pamir, bis zum Indus in Südasien.
Die griechischen Bematistes erkundeten neue Landschaften, vermaßen das Gelände und erstellten Wegekarten (Itinerarien). Sie waren Kundschafter und Boten, Vermesser und Schreiber sowie hervorragende Läufer.
McPhail, Cameron; Robert HannahDicaearchus [=Dikaiarchos=Messenius, ca. 375/350 - 285] and Eratosthenes [um 275 - 194].Berger, Ernst HugoSchmidt, Arno in: Enthymesis oder W. I. E. H. In: Arno Schmidt: Leviathan. Rowohlt, Hamburg 1949, S. 77–116
Raum zu konstruieren setzt Beobachtungen voraus, die der Erfahrung bedürfen und daraus folgend Hypothesen über Raumvorstellungen, die durch Messungen falsifiziert werden.
Anaximander (610–546 BC) war der Erste, der Erde, Welt und Kosmos in einen nicht-mythischen, sondern sachlich-räumlichen Zusammenhang stellte. Europa erscheint bei ihm erstmals als Einheit. Nach Cicero (106–43 BC) postulierte er als Erster die Kugelgestalt der Erde, siehe Weltbild.
Die gedachte Landschaft wird zur Karte mit neuen Merkmalen. Erst die geographisch gedachte Erde hat Pole, einen Äquator, Wendekreise, Breiten- und Längengrade, die man wandernd nicht in der Landschaft sehen kann. Den Raum mit der Zeit verbindend, lassen sie sich jedoch messen, etwa wenn die Sonne am Äquator senkrecht steht oder wenn mit einem Gnomon die Schattenlänge bestimmt wird.
Mit Ackerbau und Sesshaftigkeit ab dem im 8. Jahrtausend vor Christus wurden Wasser und fruchtbares Land zu begrenzten Ressourcen. Vom Raum des fruchtbaren Halbmonds zwischen Persischem Golf bis zum nördlichen Ägypten erfordert Ackerbau meist künstliche Bewässerung entlang der Flüsse. Dies erfordert ein hierarchisches Verteilen von wassernahem Ackerland, also Nahrung und damit Leben. Die Technik der Landvermessung und das Verteilen des Landes führte zur Macht über andere. Ausgeschlossen davon blieben die Beduinen.
In Ägypten verfügten die Harpedonapten 'Seilspanner' über Wissen und Technik. In den sumerischen Stadtstaaten trugen Herrscher und Stadtgötter wie Bel-Marduk in Babylon Stab hattu und Seilring kippatu 4); im römischen Reich waren es die Agrimensores. Das Werkzeug des Feldmessers - Stab und Seil, kippatu und hattu war Symbol der Macht und basierte auf speziellem Wissen.
Auf dem Abmessen und Zuteilen unerschlossener Landflächen (tap-tû-ú, taptû `Neubruchland´) 5) verweist der griechische Begriff τόπος topos `Fläche´, verwandt damit sind griechisches τοπάζω `hinzielen´ und τοπεῖον `Tau, Seil´.
Die bekannte ägyptische Hieroglyphe ankh steht für die drei Konsonanten Ꜥ-n-ḫ 6) und erscheint in den Begriffen für Nahrung, lebensspendend, gesund 7) sowie für einen aufgerollten Seilring (um 2050–1650 BC) 8) Die ältesten Darstellungen des ankh-Zeichens finden sich zwischen dem 30. und 29. Jahrhundert BC in der ersten Dynastie; es wird ebenso getragen wie Stab und Seilring im Zweistromland.
Möglicherweise vom ägyptischen Symbol für ankh abgeleitet ist das berberische Symbol des tasagalt, das auch als Mittel zur Orientierung gedeutet wird.
Graetz, Paul: 28 S., Abb., Kt., Skizzen 8 [Beil.] 8 S. Berlin 1915: W. Süsserott.Klaus Geus, Michael Rathmann (Hrsg.)Artemidoro di Efeso misura l’ecumeneRieken, ElisabethManu RasterCantor, MoritzBosshard-Nepustil, AOAT Alter Orient und Altes Testament 304, 52f. [Bd. 52 (2011) S. 632]Focke, ZA Zeitschrift für Assyriologie 88, 208f. [Bd. 48/49 (2001/2002) S. 390Bosshard-Nepustil, AOAT 304, 55f. [Bd.52 (2011) S. 582]. Magen, BaFo 9, 24ff. (s.erretu; zu den Herrschaftssymbolen der Herrschaftsform Hirtentum gehörig) [Bd. 35 (1988) S. 310].Spar, Ira, Eva von Dassow, Wilfred G. LambertWunsch, CorneliaAllen, James P.Gardiner, Alan