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wiki:schlitten

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Schlitten

Der Schlitten, althochdeutsch slito ‚Gleiter‘ 1), hat seinen Namen von seiner eigentümlichen Bewegungsform, dem gleitenden Schleifen, Schliddern auf einem schmierigen, schlüpfrigen, schleimigen Untergrund: nicht nur Eis und Schnee, sondern auch Lehm und Sand.
Sein wesentliches Merkmal sind die Kufen 2); sie ermöglichen dem Fahrzeug zu spuren und eine Richtung zu halten. Die Last braucht den Untergrund nicht zu berühren und bleibt unbeschädigt, das mindert den Reibungsverlust.
In den skaninavischen Sprachen heißt der Schlitten auch kane, kana 3), wörtlich eine schwimmende Schale, davon leitet sich auch das deutsche Kahn ab, also ein flachbodiges Wasserfahrzeug für geringe Tiefen, das sich ebenso staken wie ziehen lässt. Steht ein solcher Kahn auf Kufen, ergibt dies den parallel­kufigen Flachschlitten.
Auch das Russische verbindet Schlitten (kreni) mit Booten (krenit', krenju „ein Boot auf die Seite legen“, kren' „Schiffskiel“) 4)

Sprache Schlitten 1 Schlitten 2
Deutsch Schlitten
Dänisch slæde kælk
Englisch sledge luge
Niederländisch slee
Isländischsleði
Norwegischslede, slegge kjelke, pulk
Schwedischsläde pulka, kälke
Französisch luge, traîneau
Italienisch slitta, slittino
Okzitanisch rebalàs
Portugiesischtrenó
Rumänisch sanie
Spanisch trineo, tobogán, carro
Kroatisch sanjke
Polnisch sanie
Russisch санки, тачка
Tschechisch sáně bourák
Ukrainisch санки
Estnisch kelk
Finnisch reki
Griechisch έλκηθρο
Türkisch kızak

—- Mainberger, Martin
Sommerschlitten, Ackerrutschen, Pflugschleifen: Rezente radlose Transportfahrzeuge und die „Schleife“ von Reute-Schorrenried.
p. 83-92 in: Schleife, Schlitten, Rad und Wagen
Zur Frage früher Transportmittel nördlich der Alpen
Rundgespräch Hemmenhofen 10.10.2001
Freiburg i. Br. : Janus-Verlag, 2002

1)
in den germanischen Sprachen überall mit derselben Grundform http://runeberg.org/svetym/0882.html, z.B. Schlede (ndl.), släda, slede, slyte, sleði
2)
http://runeberg.org/svetym/0456.html; ahd. *kuocha, belegt in slitochoho `Schlittenkufe´ mit der wörtlichen Bedeutung von Stange oder Ast. Eine andere Deutung führt zurück auf Kufe als Bezeichnung für einen Kübel von lateinisch cupa/copa und damit auf die gebogene Form des Holzes.
3)
H. S. Falk, Alf Torp
Norwegisch-dänisches ethymologisches Wörterbuch, C. Winter 1911
http://runeberg.org/svetym/0383.html
4)
Jürgen Udolph
„Handel“ und„ Verkehr“ in slavischen Ortsnamen
in: Untersuchungen zu Handel und Verkehr der vor- und frühgeschichtlichen Zeit in Mittel- und Nordeuropa Teil IV Der Handel der Karolinger-und Wikingerzeit, Göttingen 1987, S. 582
wiki/schlitten.1596457116.txt.gz · Zuletzt geändert: von Norbert Lüdtke

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