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wiki:reisekunde

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Übersichtsseite Reisekunde

Im Unterschied zur Reisekunst umfasst eine Reisekunde das primär nützliche Wissen und Können, also technische und handwerkliche Anleitungen zum Reisen, die jede Reise erfordert. Sie wird überwiegend durch Übung, also Unterwegs-Sein, erlernt.

Unterwegs zu sein ist eine Tätigkeit, die von außen nicht zu erkennen ist und die sich zusammensetzt aus einer Kette von Handlungen, die durch wiederholtes Fortgehen und Ankommen gekennzeichnet ist. Dieser Zustand ist ein Fließgleichgewicht, eine beständige Unbeständigkeit, weder sichtbar noch greifbar.

Sichtbar ist in dieser Phase nur der Fremde als jemand, der kommt und geht. Dessen Antwort nach dem Woher und dem Wohin erlauben eine Kategorisierung von außen, etwa als 'Reisender' im Deutschen, Traveler im Englischen, Voyageuer im Französischen usw., wobei jeder Begriff nicht nur eine andere Vorstellung aufruft, sondern auch den Zeitläuften unterliegt.

Trotz all dieser Variablen besteht kultur- und sprachübergreifend ein gemeinsames Vorverständnis des Phänomens 'Unterwegs-Sein'. Es wäre die Aufgabe einer Reisekunde, die zugrundeliegenden Konstanten herauszuarbeiten. ['Reisen' wird hier im selben Sinne als Generikum verwendet.]

Perspektiven einer Reisekunde

Grundbedürfnisse im Alltag unterwegs

Eine „Reisekunde“ sollte zuerst ansetzen am Greifbaren und Sichtbaren des zu bewältigenden Reisealltags, also bei Grundbedürfnissen:

Reisende zwischen Herkunftsgemeinschaft und Gesellschaft

Sie sollte zudem am Reisenden selber ansetzen und dessen Spannungsverhältnis zur Herkunftsgemeinschaft und zur Gesellschaft, in der er sich bewegt. Beide machen sich einen Begriff von ihm:

In der Begegnung kristallisieren sich Figuren heraus, die durch das Unterwegs-Sein bedingt sind und mit denen Reisende verbunden sind:

Individuelle Voraussetzungen: Spannungsfelder

Rekonstruktion aus dem Bild der Reise

Eine Reisekunde kann auch ansetzen am Bild der Reise. Dies entsteht jedoch erst nach der Reise und es ist gesellschaftlich überformt:

    • Die äußere Form der individuellen Reise
    • Die Innenwelt beim Reisen
    • Die vergebliche Gestaltung der Reise
    • Die Rekonstruktion der Reise

Das Ideal in der Kunst des Reisens

Ein Idealbild, dem die wenigsten Reisenden gerecht werden können, entwirft die Kunst des Reisens, engl. art of travel, franz. arts de voyager:

Ein Handwerk ohne künstlerischen Anspruch ist möglich, eine Kunst ohne handwerklichen Anspruch dagegen nicht.

Theoretische Konstruktionen

Eine „Reisekunde“ kann konstruiert werden, beispielsweise assoziativ, sprachlich oder systemtheoretisch:

wiki/reisekunde.1771360238.txt.gz · Zuletzt geändert: von Norbert Lüdtke

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