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wiki:homo_viator

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 ====== Homo Viator ====== ====== Homo Viator ======
-Lateinisch, wörtlich `der wandernde Mensch´. Geprägt von ''Gabriel Marcel'' (1889 bis 1973) in //Homo Viator, Philosophie der Hoffnung//, Düsseldorf 1949, als Reise zu Gott. Als Metapher formal angelehnt an die paläoanthropologische Kategorie des [[wiki:homo_sapiens|homo sapiens]] (vernunftbegabt), jedoch analog zu philosophischen Homo-Epitheta wie //homo faber// (erschaffend), //homo ludens// (spielend) und //[[wiki:homo_portans|homo portans]]// (tragend), dann verstanden als eine immanente Grundeigenschaft des Menschseins und davon abgeleitet als Oberbegriff für [[wiki:liste_von_reisestilen|Reisestile]].\\  +Lateinisch, wörtlich `der wandernde Mensch´. Geprägt von ''Gabriel Marcel'' (1889 bis 1973) in //Homo Viator, Philosophie der Hoffnung//, Düsseldorf 1949, als Reise zu Gott.
-Die Sesshaftigkeit des Homo Viator erzeugte eine Zerrissenheit, die in der Bibel als Geschichte von ''Kain'' (Schmied) und ''Abel'' ([[wiki:nomaden|Nomade]]) dargestellt wird und die in jedem Menschen aufscheint als Kampf zwischen [[wiki:philobatie|Philobatie]] und [[wiki:oknophilie|Oknophilie]].+
  
----- +Als christliches Motiv ist diese Vorstellung im Neuen Testament verankert. Die irdische Pilgerschaft ([[wiki:peregrinatio|peregrinatio]]) versteht den Menschen als //[[wiki:gast|Gast]] auf Erden//, er //»gebraucht die irdischen und zeitlichen Dinge wie ein Fremdling«// (tamquam peregrina) meint ''Augustinus''. Dieses Pilgerdasein (//status viatoris// oder //status viae//) endet mit dem Tod. 
-Maurice AMichel\\ Ohne Fahrplan\\ Original-Beiträge zu einer Philosophie des Reisens\\ Deutsch von KLütgen 480 S1955 Minden (Westf.) Köhler + 
 +Dem steht der Begriff der //Weltoffenheit// gegenüber, der ohne Gott auskommt. Die philosophische Anthropologie versteht den Menschen als [[wiki:einzelne|Einzelnen]], der von biologischen Zwängen (Trieben) befreit ist, also ohne festgelegte Verhaltensmuster sich selbst Verhaltenssicherheit in der [[wiki:welt|Welt]] erwerben muss mittels Sprache, Gewissen, Verantwortung, Bewusstsein also mittels Fähigkeiten, die ihn vom Tier unterscheiden.  
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 +Als [[wiki:liste_reisebild-kategorien|Metapher]] formal angelehnt an die paläoanthropologische Kategorie des [[wiki:homo_sapiens|homo sapiens]] (vernunftbegabt), jedoch analog zu philosophischen Homo-Epitheta wie //homo faber// (erschaffend), //homo ludens// (spielend) und //[[wiki:homo_portans|homo portans]]// (tragend), dann verstanden als eine immanente Grundeigenschaft des Menschseins und davon abgeleitet als Oberbegriff für [[wiki:liste_reisende_im_sprachvergleich|Reisestile]]. 
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 +Die Sesshaftigkeit des Homo [[wiki:Viator |Viator]] erzeugt eine Zerrissenheit, die in der Bibel als Geschichte von ''Kain'' (Schmied) und ''Abel'' ([[wiki:nomaden|Nomade]]) dargestellt wird und die in jedem Menschen aufscheint als Kampf zwischen [[wiki:philobatie|Philobatie]] und [[wiki:oknophilie|Oknophilie]]. 
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 +  * ''Bond, Nigel'', //Falk, John//\\ //Tourism and Identity-Related Motivations: Why Am I Here (and not There)?//\\ International Journal of Tourism Research, 15 (2013) 430-442[[https://doi.org/10.1002/jtr.1886|DOI]]  
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 +{{tag>Bild_der_Reise Literaturliste_Philosophie_Reisen}}
wiki/homo_viator.1616738467.txt.gz · Zuletzt geändert: von Norbert Lüdtke