wiki:chemie
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| wiki:chemie [2020/06/18 15:15] – [Analyse] Norbert Lüdtke | wiki:chemie [2025/12/09 14:26] (aktuell) – Norbert Lüdtke | ||
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| === Ein Ansatz und ein Versuch === | === Ein Ansatz und ein Versuch === | ||
| Bereits Wilhelm Ostwald weist in seiner berühmten // | Bereits Wilhelm Ostwald weist in seiner berühmten // | ||
| - | Mir war es, wenn auch nicht unerwartet, | + | Mir war es, wenn auch nicht unerwartet, |
| - | | + | überraschend, |
| - | | + | |
| - | | + | |
| - | | + | den Forderungen einer rationellen Pädagogik anderseits |
| - | der chemischen Kenntnisse einerseits | + | |
| - | | + | Die Darlegung der grundlegenden Begriffe: Stoff, Lösung, |
| - | | + | |
| - | Die Darlegung der grundlegenden Begriffe: | + | |
| - | | + | sondern ermöglicht auch die systematische Beschreibung |
| - | | + | der wichtigsten chemischen Verrichtungen und |
| - | | + | |
| - | die logische Grundlage des chemischen Unterrichts, | + | Die Chemie ist eine Erfahrungswissenschaft, |
| - | sondern ermöglicht auch | + | |
| - | | + | |
| - | der wichtigsten chemischen Verrichtungen und Trennungsmethoden ... | + | Begriffsbildung und Schlußfolgerung ... |
| - | Die Chemie ist eine Erfahrungswissenschaft, | + | |
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| //Ziel// der Chemie ist es, das Verhalten von Stoffen zu beschreiben, | //Ziel// der Chemie ist es, das Verhalten von Stoffen zu beschreiben, | ||
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| ==== Zweitens ==== | ==== Zweitens ==== | ||
| - | Die Frage, was Chemie sei, fällt verschieden aus, jenach | + | Die Frage, was Chemie sei, fällt verschieden aus, je nach der Perspektive, |
| ==== Drittens ==== | ==== Drittens ==== | ||
| Unter den kurzen Antworten lieferte '' | Unter den kurzen Antworten lieferte '' | ||
| - | Chemie ist die Lehre der stofflichen Metamorphosen der Materie. | + | Chemie ist die Lehre der stofflichen Metamorphosen der |
| - | Ihr wesentlicher Gegenstand ist nicht die existierende Substanz, | + | |
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| - | | + | |
| bilden den eigentlichen Gegenstand der Chemie.“ | bilden den eigentlichen Gegenstand der Chemie.“ | ||
| Lehrbuch der organischen Chemie 1859 | Lehrbuch der organischen Chemie 1859 | ||
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| Einmal eingeführte Begriffe werden unsauber verwendet, z.B.: | Einmal eingeführte Begriffe werden unsauber verwendet, z.B.: | ||
| * Gleiche Objekte/ | * Gleiche Objekte/ | ||
| - | * Gleiche Begriffe werden mit wechselnder Bedeutung verwendet (Element als wahrnehmbarerStoff, Element als abstraktes | + | * Gleiche Begriffe werden mit wechselnder Bedeutung verwendet (Element als wahrnehmbarer Stoff, Element als abstraktes |
| * Es wird nicht stringent zwischen Stoffbeschreibung und Teilchendeutung unterschieden, | * Es wird nicht stringent zwischen Stoffbeschreibung und Teilchendeutung unterschieden, | ||
| - | * Die Theorie der Materie erfordert eine Theorie der *[[wiki: | + | * Die Theorie der Materie erfordert |
| - | „Später hat es mich interessiert zu analysieren, | + | „Später hat es mich interessiert zu analysieren, |
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| - | | + | Max Born (Physiker, Nobelpreis |
| - | Max Born (Physiker, | + | |
| ==== Sechstens ==== | ==== Sechstens ==== | ||
| Jenseits semantischer Probleme erwachsen weitere Probleme aus der Struktur des [[wiki: | Jenseits semantischer Probleme erwachsen weitere Probleme aus der Struktur des [[wiki: | ||
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| Für Fachleute bedeutet das, immer von den Erscheinungen auszugehen, auch sprachlich. Erst muß das Phänomen so umfassend wie nötig erfaßt und dann begrifflich beschrieben werden. Daß anschließend zur Teilchenbetrachtung gewechselt wird, muß angekündigt werden. Zur Verdeutlichung die beiden Betrachtungsweisen in der tabellarischen Gegenüberstellung: | Für Fachleute bedeutet das, immer von den Erscheinungen auszugehen, auch sprachlich. Erst muß das Phänomen so umfassend wie nötig erfaßt und dann begrifflich beschrieben werden. Daß anschließend zur Teilchenbetrachtung gewechselt wird, muß angekündigt werden. Zur Verdeutlichung die beiden Betrachtungsweisen in der tabellarischen Gegenüberstellung: | ||
| - | |makroskopisch|sub-mikroskopisch| | + | ^makroskopisch |
| |Stoffportion|Teilchen, | |Stoffportion|Teilchen, | ||
| |Stoffart und Stoffname|Teilchenart und Formel| | |Stoffart und Stoffname|Teilchenart und Formel| | ||
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| |konkret begreifen|abstrakt verstehen| | |konkret begreifen|abstrakt verstehen| | ||
| ===== Grundlegende Begriffe ===== | ===== Grundlegende Begriffe ===== | ||
| - | ==== 1. Raum und Materie | + | ==== 1. Raum und Materie ==== |
| Alles, was sinnlich wahrnehmbar ist und einen Raum erfüllt, ist Materie (lat.: Vorrat, Ursache). Materie kann fest, flüssig oder gasförmig sein. Im Gegensatz dazu steht der nicht erfüllte Raum, das Vakuum. Sinnlich wahrnehmbar sind auch manche Energieformen (Wärme, Licht ...). Sie benötigen aber keinen Raum. (Im Sinne der klassischen Physik.) | Alles, was sinnlich wahrnehmbar ist und einen Raum erfüllt, ist Materie (lat.: Vorrat, Ursache). Materie kann fest, flüssig oder gasförmig sein. Im Gegensatz dazu steht der nicht erfüllte Raum, das Vakuum. Sinnlich wahrnehmbar sind auch manche Energieformen (Wärme, Licht ...). Sie benötigen aber keinen Raum. (Im Sinne der klassischen Physik.) | ||
| - | ==== 2. Formen und Körper | + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// |
| - | Materie existiert in unterschiedlichsten Formen. Deutlich unterscheidbare Materieformen werden Körper genannt, ein Körper hat eine deutliche Grenze zu seiner Umgebung, selbst wenn diese Grenze fließend ist wie bei Flüssigkeiten und Gasen. »Körper« ist fachsprachlich synonym für die zu vermeidenden umgangssprachlichen Begriffe „Gegenstand“ und „Ding“. | + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// |
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| + | ==== 2. Formen und Körper ==== | ||
| + | Materie existiert in unterschiedlichsten Formen. Deutlich unterscheidbare Materieformen werden Körper genannt, ein Körper hat eine deutliche Grenze zu seiner Umgebung, selbst wenn diese Grenze fließend ist wie bei Flüssigkeiten und Gasen. »Körper« ist fachsprachlich synonym für die zu vermeidenden umgangssprachlichen Begriffe „Gegenstand“ und „[[wiki: | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| ==== 3. Eigenarten und Stoffe ==== | ==== 3. Eigenarten und Stoffe ==== | ||
| - | Materie, auch solche in gleichgeformten Körpern, kann sich unterscheiden. Eine Kugel kann aus Stein, Holz, Metall, Plastik bestehen. Diese verhalten sich jeweils anders und sind // | + | Materie, auch solche in gleichgeformten Körpern, kann sich unterscheiden. Eine Kugel kann aus Stein, Holz, Metall, Plastik bestehen. Diese verhalten sich jeweils anders und sind // |
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| ==== 4. Grenzen und Stoffportionen ==== | ==== 4. Grenzen und Stoffportionen ==== | ||
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| ==== Modelle und Theorien | ==== Modelle und Theorien | ||
| Die Chemie sammelt Stoffwissen, | Die Chemie sammelt Stoffwissen, | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| ==== Analogien ==== | ==== Analogien ==== | ||
| Analogien werden gesucht zwischen Struktur und Verhalten und übertragen auf ähnliche Strukturen. Sind genügend ähnliche Strukturen bekannt, faßt man sie in Kategorien zusammen (Alkohole, Ketone ...) Das Theoretisieren findet historisch seine Wurzeln in der Alchemie. | Analogien werden gesucht zwischen Struktur und Verhalten und übertragen auf ähnliche Strukturen. Sind genügend ähnliche Strukturen bekannt, faßt man sie in Kategorien zusammen (Alkohole, Ketone ...) Das Theoretisieren findet historisch seine Wurzeln in der Alchemie. | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| ==== Technische Verfahren ==== | ==== Technische Verfahren ==== | ||
| - | Technische Verfahren werden entwickelt, um das Verhalten der Stoffe gezielt zu steuern, reproduzierbar zu gestalten, zu optimieren und wirtschaftlich einzusetzen (z.B. Trennverfahren). Das Know-How der Chemie hat seine historischen Wurzeln in Handwerken und Künsten: Metallverarbeitung, | + | Technische Verfahren werden entwickelt, um das Verhalten der Stoffe gezielt zu steuern, reproduzierbar zu gestalten, zu optimieren und wirtschaftlich einzusetzen (z.B. Trennverfahren). Das Know-How der Chemie hat seine historischen Wurzeln in Handwerken und Künsten: |
| ==== Verschlüsselung ==== | ==== Verschlüsselung ==== | ||
| - | Beide Traditionszweige sind gekennzeichnet durch Geheimhaltung, | + | Beide Traditionszweige sind gekennzeichnet durch Geheimhaltung, |
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| ==== Experiment ==== | ==== Experiment ==== | ||
| Beide Traditionszweige nehmen das Experiment als Ausgangspunkt, | Beide Traditionszweige nehmen das Experiment als Ausgangspunkt, | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| ==== Vorgehensweise ==== | ==== Vorgehensweise ==== | ||
| - | Verbinden und Trennen, Analysieren und Synthetisieren, | + | Verbinden und Trennen, |
| ===== Energiewechsel und chemische Reaktion ===== | ===== Energiewechsel und chemische Reaktion ===== | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| ==== Wärme (Energie) und Zustandsveränderung ==== | ==== Wärme (Energie) und Zustandsveränderung ==== | ||
| Den Zustand von Materie kann man verändern durch Wärme (Energie wird ausgetauscht). Diese Veränderungen haben wir als verdampfen/ | Den Zustand von Materie kann man verändern durch Wärme (Energie wird ausgetauscht). Diese Veränderungen haben wir als verdampfen/ | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| ==== Kraft (Energie) und Formveränderung ==== | ==== Kraft (Energie) und Formveränderung ==== | ||
| Den Zustand von Körpern kann man verändern durch Kraft (Energie wird zugeführt). Diese Veränderungen nennen wir verformen, vergrößern, | Den Zustand von Körpern kann man verändern durch Kraft (Energie wird zugeführt). Diese Veränderungen nennen wir verformen, vergrößern, | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| - | ==== chemische | + | ==== Chemische |
| Beobachten wir unsere Umgebung, so finden wir Veränderungen, | Beobachten wir unsere Umgebung, so finden wir Veränderungen, | ||
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| Die wahrnehmbaren energetischen Aspekte richten auf zwei verschiedene Zeitpunkte: | Die wahrnehmbaren energetischen Aspekte richten auf zwei verschiedene Zeitpunkte: | ||
| - Zufuhr der Startenergie durch Wärme, offenes Feuer, Schlag (Zündplättchen), | - Zufuhr der Startenergie durch Wärme, offenes Feuer, Schlag (Zündplättchen), | ||
| - | - Während der Reaktion wird Wärme frei, manchmal auch Licht (Glühen), manchmal Schall (als Knall, Knacken, Zischen).\\ Die exothermen bzw. endothermen Energieänderungen (als Phänomen) werden fachlich korrekt (aber wenig anschaulich) mit den Anfangs- und Endzuständen der Energieniveaus vor und nach der Reaktion (auf statistischer Ebene mit dem Energieberg-Diagramm | + | - Während der Reaktion wird Wärme frei, manchmal auch Licht (Glühen), manchmal Schall (als Knall, Knacken, Zischen).\\ Die exothermen bzw. endothermen Energieänderungen (als Phänomen) werden fachlich korrekt (aber wenig anschaulich) mit den Anfangs- und Endzuständen der Energieniveaus vor und nach der Reaktion (auf statistischer Ebene mit dem Energieberg-Diagramm) erklärt. |
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| ===== Definitionen und Begriffshierarchien auf Stoffebene ===== | ===== Definitionen und Begriffshierarchien auf Stoffebene ===== | ||
| ==== Raum - Materie - Energie ==== | ==== Raum - Materie - Energie ==== | ||
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| Alles, was keinen Raum einnimmt, sich jedoch im Raum ausbreitet, ist Energie (Felder, Strahlung).\\ | Alles, was keinen Raum einnimmt, sich jedoch im Raum ausbreitet, ist Energie (Felder, Strahlung).\\ | ||
| Diese Begriffe beschreiben Wirklichkeit als Idee, sind getrennt gedacht, erscheinen aber nur gemeinsam. Materie beansprucht Raum, Energie verändert und bewegt Materie, dies benötigt Zeit. | Diese Begriffe beschreiben Wirklichkeit als Idee, sind getrennt gedacht, erscheinen aber nur gemeinsam. Materie beansprucht Raum, Energie verändert und bewegt Materie, dies benötigt Zeit. | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| ==== energetische und materielle Zustände ==== | ==== energetische und materielle Zustände ==== | ||
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| ==== Temperatur & Druck ==== | ==== Temperatur & Druck ==== | ||
| Die Größen Temperatur und Druck beschreiben die Aggregatzustände. Diese sind eine emergente Eigenheit von Materie/ | Die Größen Temperatur und Druck beschreiben die Aggregatzustände. Diese sind eine emergente Eigenheit von Materie/ | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| ==== Körper - Form - Ausdehnung - Gewicht ==== | ==== Körper - Form - Ausdehnung - Gewicht ==== | ||
| Eine Materieportion, | Eine Materieportion, | ||
| - | Die Zustände von Körpern werden qualitativ als Form (regelmäßig: | + | Die Zustände von Körpern werden qualitativ als Form (regelmäßig: |
| + | In der Physik wird der ideale Körper als Form ohne Volumen und Masse gedacht: der Massepunkt.\\ | ||
| + | Die platonischen Körper sind ideale symmetrische Körper auf geometrischer Grundlage, mit denen auch chemische Eigenschaften erklärt wurden: | ||
| + | * Tetraeder, also vier Flächen = vier gleichseitige Dreiecke | ||
| + | * Hexaeder (= Würfel), also sechs Flächen = sechs gleichseitige Vierecke (Quadrate) | ||
| + | * Oktaeder, also acht Flächen = acht gleichseitige Dreiecke | ||
| + | * Dodekaeder, also zwölf Flächen = zwölf gleichseitige Fünfecke | ||
| + | * Ikosaeder, also zwanzig Flächen = zwanzig gleichseitige Dreiecke | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| ==== Volumen - Masse - Symmetrie ==== | ==== Volumen - Masse - Symmetrie ==== | ||
| - | Die Zustände von Körpern sind emergente Eigenheiten von Körpern und werden beschrieben mit den Größen //Volumen// (abgeleitet aus der Grundgröße der Länge), //Masse, Symmetrie// | + | Die Zustände von Körpern sind emergente Eigenheiten von Körpern und werden beschrieben mit den Größen //Volumen// (abgeleitet aus der Grundgröße der Länge), //[[wiki: |
| Eine daraus abgeleitete Größe ist z.B. die Dichte.\\ | Eine daraus abgeleitete Größe ist z.B. die Dichte.\\ | ||
| //Formen// sind eine notwendige Bedingung der Existenz von Strukturen. | //Formen// sind eine notwendige Bedingung der Existenz von Strukturen. | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| ==== Eigenschaften & Stoffe ==== | ==== Eigenschaften & Stoffe ==== | ||
| Bei gleichen Körpern (homogen bezüglich Symmetrie, Volumen, Masse) sind verschiedene // | Bei gleichen Körpern (homogen bezüglich Symmetrie, Volumen, Masse) sind verschiedene // | ||
| - | Diese Zustände werden\\ | + | Diese Zustände werden |
| - | // | + | |
| - | // | + | |
| - | // | + | |
| Körper mit solchen Zuständen werden Stoffe genannt.\\ | Körper mit solchen Zuständen werden Stoffe genannt.\\ | ||
| Eigenschaften sind emergente Eigenheiten von Stoffen. Sie werden beobachtet bzw. gemessen bzw. mit skalierten Größen verglichen (z.B. Härteskala nach Mohs). | Eigenschaften sind emergente Eigenheiten von Stoffen. Sie werden beobachtet bzw. gemessen bzw. mit skalierten Größen verglichen (z.B. Härteskala nach Mohs). | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| ==== Stoffportion & Eigenschaftskombination ==== | ==== Stoffportion & Eigenschaftskombination ==== | ||
| Der Körper eines Stoffes oder eine endliche Anzahl von Körpern eines Stoffes werden Stoffportion genannt.\\ | Der Körper eines Stoffes oder eine endliche Anzahl von Körpern eines Stoffes werden Stoffportion genannt.\\ | ||
| Die bekannten Eigenschaften einer Stoffportion zu einem beliebigen Zeitpunkt werden Eigenschaftskombination genannt.\\ | Die bekannten Eigenschaften einer Stoffportion zu einem beliebigen Zeitpunkt werden Eigenschaftskombination genannt.\\ | ||
| - | Die vollständige Anweisung des Zuordnens einer Eigenschaftskombination zu einer Stoffportion wird Bestimmung genannt. | + | Die vollständige Anweisung des Zuordnens einer Eigenschaftskombination zu einer Stoffportion wird //Bestimmung// genannt. |
| ==== Stoffart & Eigenart ==== | ==== Stoffart & Eigenart ==== | ||
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| * Ist die Eigenschaftskombination einer Stoffportion ungleich den Eigenarten aller bekannten Stoffarten, so liegt entweder eine neue Stoffart vor, die definiert werden muß, oder die Stoffportion besteht aus mehreren Stoffarten. | * Ist die Eigenschaftskombination einer Stoffportion ungleich den Eigenarten aller bekannten Stoffarten, so liegt entweder eine neue Stoffart vor, die definiert werden muß, oder die Stoffportion besteht aus mehreren Stoffarten. | ||
| Die vollständige Anweisung des Zuordnens einer Stoffportion zu einer Stoffart wird Nachweis genannt. | Die vollständige Anweisung des Zuordnens einer Stoffportion zu einer Stoffart wird Nachweis genannt. | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| - | ==== homogen | + | ==== Homogen |
| Sind die Eigenschaftskombinationen einer untersuchten Stoffportion in allen Bereichen der Stoffportion gleich (räumliche Konstanz), so nennt man die Stoffportion homogen (bezüglich der Stoffart), auch wenn sie aus heterogenen Körpern besteht (z.B. kleine und große Kristalle).\\ | Sind die Eigenschaftskombinationen einer untersuchten Stoffportion in allen Bereichen der Stoffportion gleich (räumliche Konstanz), so nennt man die Stoffportion homogen (bezüglich der Stoffart), auch wenn sie aus heterogenen Körpern besteht (z.B. kleine und große Kristalle).\\ | ||
| Andernfalls liegt ein heterogener Stoff vor (bezüglich der Stoffart).\\ | Andernfalls liegt ein heterogener Stoff vor (bezüglich der Stoffart).\\ | ||
| Zeile 205: | Zeile 228: | ||
| Gemische werden nach den in ihnen vorliegenden Phasengrenzen (homogen, heterogen) und nach den Aggregatzuständen der zugrundeliegenden Reinstoffe qualitativ unterschieden (s-s, s-l, s-g .....).\\ | Gemische werden nach den in ihnen vorliegenden Phasengrenzen (homogen, heterogen) und nach den Aggregatzuständen der zugrundeliegenden Reinstoffe qualitativ unterschieden (s-s, s-l, s-g .....).\\ | ||
| Homogene Gemische werden durch Gehaltsgrößen quantitativ beschrieben. Gehaltsgrößen beziehen die Größen Masse bzw. Volumen einer am Gemisch beteiligten Stoffportion entweder | Homogene Gemische werden durch Gehaltsgrößen quantitativ beschrieben. Gehaltsgrößen beziehen die Größen Masse bzw. Volumen einer am Gemisch beteiligten Stoffportion entweder | ||
| - | * | + | * auf die gleiche Größe der anderen am Gemisch beteiligten Stoffportion (Massen- oder Volumenverhältnis) oder |
| - | * | + | * auf die gleiche Größe des gesamten Gemisches (Massen- oder Volumenanteil) oder |
| - | * | + | * auf das Volumen der Lösung (Massen- oder Volumenkonzentration). |
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| ==== Reinstoffe ==== | ==== Reinstoffe ==== | ||
| Zeile 215: | Zeile 239: | ||
| ==== Teilen, Ordnen, Trennverfahren ==== | ==== Teilen, Ordnen, Trennverfahren ==== | ||
| Teilen bedeutet, eine gegebene Stoffportion in möglichst viele Körper möglichst gleicher Form zu zerlegen (Homogenität der Körper), und diese nach nach ihren Eigenheiten (Aggregatzustand, | Teilen bedeutet, eine gegebene Stoffportion in möglichst viele Körper möglichst gleicher Form zu zerlegen (Homogenität der Körper), und diese nach nach ihren Eigenheiten (Aggregatzustand, | ||
| - | Der Vorgang des Ordnens erfolgt durch Verschiebung | + | Der Vorgang des Ordnens erfolgt durch Verschieben |
| Die Beschleunigung wird unterstützt oder behindert durch körperspezifische Kräfte (Trägheit, Reibung, Auftrieb...) und äußere Bedingungen (Hilfsstoffe, | Die Beschleunigung wird unterstützt oder behindert durch körperspezifische Kräfte (Trägheit, Reibung, Auftrieb...) und äußere Bedingungen (Hilfsstoffe, | ||
| Die vollständigen Anweisungen zum Teilen von Gemischen heißen Trennverfahren. | Die vollständigen Anweisungen zum Teilen von Gemischen heißen Trennverfahren. | ||
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| Die Wechselwirkung einer Stoffportion mit Energie/ | Die Wechselwirkung einer Stoffportion mit Energie/ | ||
| * verdampfen, kondensieren, | * verdampfen, kondensieren, | ||
| - | * verformen, ausdehnen/ | + | * verformen, ausdehnen/ |
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| Die Änderungen der Stoffzustände werden anhand einer Reinstoffportion möglichst umfassend bekannter Eigenschaftskombination in vier Modellversuchen ermittelt: | Die Änderungen der Stoffzustände werden anhand einer Reinstoffportion möglichst umfassend bekannter Eigenschaftskombination in vier Modellversuchen ermittelt: | ||
| Zeile 232: | Zeile 257: | ||
| (Ausnahme: radioaktiver Zerfall) | (Ausnahme: radioaktiver Zerfall) | ||
| - | === Versuch 2: Defintion | + | === Versuch 2: Definition |
| Ein geschlossenes System (ohne Stoffaustausch mit der Umgebung) enthalte eine Reinstoffportion und nichts anderes.\\ | Ein geschlossenes System (ohne Stoffaustausch mit der Umgebung) enthalte eine Reinstoffportion und nichts anderes.\\ | ||
| Befindet sich zu einem beliebigen Zeitpunkt und nach beliebigem Energieaustausch immer nur ein Reinstoff im System, so nennt man diesen ein chemisches Element.\\ | Befindet sich zu einem beliebigen Zeitpunkt und nach beliebigem Energieaustausch immer nur ein Reinstoff im System, so nennt man diesen ein chemisches Element.\\ | ||
| Dabei auftretende Eigenschaftswechsel zeigen Modifikationen des betreffenden Elements an. | Dabei auftretende Eigenschaftswechsel zeigen Modifikationen des betreffenden Elements an. | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| === Versuch 3: Definition einer Verbindung === | === Versuch 3: Definition einer Verbindung === | ||
| Ein geschlossenes System enthalte eine Reinstoffportion und nichts anderes.\\ | Ein geschlossenes System enthalte eine Reinstoffportion und nichts anderes.\\ | ||
| - | Findet sich zu einem beliebigen Zeitpunkt und nach beliebigem Energieaustausch jemals ein Gemisch im System, so nennt man die ursprüngliche Reinstoffportion eine Verbindung.\\ | + | Findet sich zu einem beliebigen Zeitpunkt und nach beliebigem Energieaustausch jemals ein Gemisch im System, so nennt man die ursprüngliche Reinstoffportion eine Verbindung. |
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| === Versuch 4: Eigenschaftswechsel & Stoffartwechsel === | === Versuch 4: Eigenschaftswechsel & Stoffartwechsel === | ||
| Zeile 248: | Zeile 275: | ||
| ==== Chemische Reaktion ==== | ==== Chemische Reaktion ==== | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
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| === endotherm - exotherm === | === endotherm - exotherm === | ||
| Der Vorgang des Stoffartwechsels wird chemische Reaktion genannt.\\ | Der Vorgang des Stoffartwechsels wird chemische Reaktion genannt.\\ | ||
| Zeile 285: | Zeile 314: | ||
| Mit den Versuchen 5 und 6 wird die Prognose überprüft. Jede zugetroffene Prognose bestätigt die Zuordnung zu einer Stoffklasse und macht sie wahrscheinlicher. | Mit den Versuchen 5 und 6 wird die Prognose überprüft. Jede zugetroffene Prognose bestätigt die Zuordnung zu einer Stoffklasse und macht sie wahrscheinlicher. | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| ==== Reihen ==== | ==== Reihen ==== | ||
| Zeile 297: | Zeile 329: | ||
| Die vollständige Anweisung zum Herstellen von Stoffen mit bestimmten Eigenschaften heißt Synthese. | Die vollständige Anweisung zum Herstellen von Stoffen mit bestimmten Eigenschaften heißt Synthese. | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| ==== Analyse ==== | ==== Analyse ==== | ||
| Zeile 307: | Zeile 340: | ||
| * der Nachweis der Stoffart durch Bestimmung der Eigenschaftskombination der Stoffportion. | * der Nachweis der Stoffart durch Bestimmung der Eigenschaftskombination der Stoffportion. | ||
| Auswahl und Anwendung geeigneter Verfahren sind durch die Fragestellung bedingt und führen zu einer Antwort auf die Fragestellung. Die vollständige Anweisung zur Untersuchung einer Stoffportion heißt Analyse. Diese Analyse ist Teil einer umfassenderen [[wiki: | Auswahl und Anwendung geeigneter Verfahren sind durch die Fragestellung bedingt und führen zu einer Antwort auf die Fragestellung. Die vollständige Anweisung zur Untersuchung einer Stoffportion heißt Analyse. Diese Analyse ist Teil einer umfassenderen [[wiki: | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| ===== Messen ===== | ===== Messen ===== | ||
| - | Synthese- und Analysevorschriften bedürfen quantitativer Angaben. Die zugrundegelegten [[wiki: | + | Synthese- und Analysevorschriften bedürfen quantitativer Angaben, die durch [[wiki: |
| ===== Literatur ===== | ===== Literatur ===== | ||
| Zeile 320: | Zeile 353: | ||
| * STRUBE: Der historische Weg der Chemie | * STRUBE: Der historische Weg der Chemie | ||
| * PEETZ: Leben ohne Chemie? | * PEETZ: Leben ohne Chemie? | ||
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wiki/chemie.1592493332.txt.gz · Zuletzt geändert: von Norbert Lüdtke
