wiki:chemie
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| wiki:chemie [2018/11/19 06:48] – [Was ist Chemie?] Norbert Lüdtke | wiki:chemie [2025/12/09 14:26] (aktuell) – Norbert Lüdtke | ||
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| ====== Was ist Chemie? ====== | ====== Was ist Chemie? ====== | ||
| === Ein Ansatz und ein Versuch === | === Ein Ansatz und ein Versuch === | ||
| - | „Mir war es, wenn auch nicht unerwartet, doch noch überraschend, | + | Bereits Wilhelm Ostwald weist in seiner berühmten // |
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| - | Wilhelm Ostwald: Einführung in die Chemie 1922 | + | |
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| - | Ziel der Chemie ist es, das Verhalten von Stoffen zu beschreiben, | + | |
| - | Gegenstand der Chemie ist das Verhalten der Stoffe. | + | |
| - | Bedeutung: | + | |
| - | Von der Steinzeit bis heute basierten die meisten technischen Verfahren zur Gestaltung des praktischen Lebens auf chemischen Grundlagen (zahlreiche historische Beispiele möglich). Abgrenzung: Ausnahmen bilden Tier- und Pflanzenzüchtung (Biologie) und der Bau von Geräten und Behausungen (Physik). | + | |
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| + | Die Chemie ist eine Erfahrungswissenschaft, | ||
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| + | //Ziel// der Chemie ist es, das Verhalten von Stoffen zu beschreiben, | ||
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| + | // | ||
| ===== Grundlegende Erklärungsprobleme ===== | ===== Grundlegende Erklärungsprobleme ===== | ||
| ==== Erstens ==== | ==== Erstens ==== | ||
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| ==== Zweitens ==== | ==== Zweitens ==== | ||
| - | Die Frage, was Chemie sei, fällt verschieden aus, jenach | + | Die Frage, was Chemie sei, fällt verschieden aus, je nach der Perspektive, |
| ==== Drittens ==== | ==== Drittens ==== | ||
| - | Unter den kurzen Antworten lieferte Kekulé wohl die beste:\\ | + | Unter den kurzen Antworten lieferte |
| - | „Chemie ist die Lehre der stofflichen Metamorphosen der Materie. Ihr wesentlicher Gegenstand ist nicht die existierende Substanz, sondern vielmehr ihre Vergangenheit und ihre Zukunft. Die Beziehungen eines Körpers zu dem, was er früher war, und zu dem, was er werden kann, bilden den eigentlichen Gegenstand der Chemie.“ | + | Chemie ist die Lehre der stofflichen Metamorphosen der |
| - | (Lehrbuch der organischen Chemie 1859) | + | |
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| + | Lehrbuch der organischen Chemie 1859 | ||
| ==== Viertens ==== | ==== Viertens ==== | ||
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| Einmal eingeführte Begriffe werden unsauber verwendet, z.B.: | Einmal eingeführte Begriffe werden unsauber verwendet, z.B.: | ||
| * Gleiche Objekte/ | * Gleiche Objekte/ | ||
| - | * Gleiche Begriffe werden mit wechselnder Bedeutung verwendet (Element als wahrnehmbarerStoff, Element als abstraktes | + | * Gleiche Begriffe werden mit wechselnder Bedeutung verwendet (Element als wahrnehmbarer Stoff, Element als abstraktes |
| - | * Es wird nicht stringent zwischen Stoffbeschreibung und Teilchendeutung unterschieden, | + | * Es wird nicht stringent zwischen Stoffbeschreibung und Teilchendeutung unterschieden, |
| + | * Die Theorie der Materie erfordert auch eine Theorie der [[wiki: | ||
| - | „Später hat es mich interessiert zu analysieren, | + | „Später hat es mich interessiert zu analysieren, |
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| - | | + | Max Born (Physiker, Nobelpreis |
| - | Max Born (Physiker, | + | |
| ==== Sechstens ==== | ==== Sechstens ==== | ||
| - | Jenseits semantischer Probleme erwachsen weitere Probleme aus der Struktur des Wissens zu Beginn, nämlich: | + | Jenseits semantischer Probleme erwachsen weitere Probleme aus der Struktur des [[wiki: |
| * //Masse und Volumen// eines Körpers sind nicht geeignet, den Stoff dieses Körpers zu bestimmen.\\ | * //Masse und Volumen// eines Körpers sind nicht geeignet, den Stoff dieses Körpers zu bestimmen.\\ | ||
| * Der // | * Der // | ||
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| Für Fachleute bedeutet das, immer von den Erscheinungen auszugehen, auch sprachlich. Erst muß das Phänomen so umfassend wie nötig erfaßt und dann begrifflich beschrieben werden. Daß anschließend zur Teilchenbetrachtung gewechselt wird, muß angekündigt werden. Zur Verdeutlichung die beiden Betrachtungsweisen in der tabellarischen Gegenüberstellung: | Für Fachleute bedeutet das, immer von den Erscheinungen auszugehen, auch sprachlich. Erst muß das Phänomen so umfassend wie nötig erfaßt und dann begrifflich beschrieben werden. Daß anschließend zur Teilchenbetrachtung gewechselt wird, muß angekündigt werden. Zur Verdeutlichung die beiden Betrachtungsweisen in der tabellarischen Gegenüberstellung: | ||
| - | |makroskopisch|sub-mikroskopisch| | + | ^makroskopisch |
| |Stoffportion|Teilchen, | |Stoffportion|Teilchen, | ||
| |Stoffart und Stoffname|Teilchenart und Formel| | |Stoffart und Stoffname|Teilchenart und Formel| | ||
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| |konkret begreifen|abstrakt verstehen| | |konkret begreifen|abstrakt verstehen| | ||
| ===== Grundlegende Begriffe ===== | ===== Grundlegende Begriffe ===== | ||
| - | ==== Raum und Materie | + | ==== 1. Raum und Materie ==== |
| - | 1. Alles, was sinnlich wahrnehmbar ist und einen Raum erfüllt, ist Materie (lat.: Vorrat, Ursache). Materie kann fest, flüssig oder gasförmig sein. Im Gegensatz dazu steht der nicht erfüllte Raum, das Vakuum. Sinnlich wahrnehmbar sind auch manche Energieformen (Wärme, Licht ...). Sie benötigen aber keinen Raum. (Im Sinne der klassischen Physik.) | + | Alles, was sinnlich wahrnehmbar ist und einen Raum erfüllt, ist Materie (lat.: Vorrat, Ursache). Materie kann fest, flüssig oder gasförmig sein. Im Gegensatz dazu steht der nicht erfüllte Raum, das Vakuum. Sinnlich wahrnehmbar sind auch manche Energieformen (Wärme, Licht ...). Sie benötigen aber keinen Raum. (Im Sinne der klassischen Physik.) |
| - | ==== Formen und Körper | + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// |
| - | 2. Materie existiert in unterschiedlichsten Formen. Deutlich unterscheidbare Materieformen werden Körper genannt, ein Körper hat eine deutliche Grenze zu seiner Umgebung, selbst wenn diese Grenze fließend ist wie bei Flüssigkeiten und Gasen. | + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// |
| - | Eigenarten und Stoffe\\ | + | |
| - | 3. Materie, auch solche in gleichgeformten Körpern, kann sich unterscheiden. Eine Kugel kann aus Stein, Holz, Metall, Plastik bestehen. Diese verhalten sich jeweils anders und sind eigen-artig. Materie mit besonderen Eigenarten werden als Stoffe bezeichnet. | + | ==== 2. Formen und Körper ==== |
| - | ==== Grenzen und Stoffportionen | + | Materie existiert in unterschiedlichsten Formen. Deutlich unterscheidbare Materieformen werden Körper genannt, ein Körper hat eine deutliche Grenze zu seiner Umgebung, selbst wenn diese Grenze fließend ist wie bei Flüssigkeiten und Gasen. |
| - | 4. Den Teil eines Stoffes mit deutlicher Abgrenzung zu anderen, verschiedenen oder gleichen, Stoffen nennt man Stoffportion. Eine Stoffportion ist auch ein Körper, doch interessieren an ihm nicht seine Formen, sondern der Stoff, aus dem er besteht. | + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// |
| - | Die Begriffe Materie und Körper sind aus der Physik | + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// |
| - | In der Physik | + | |
| - | Die Chemie beschäftigt sich mit „Stoffportionen“. Es ist falsch, von „chemischen Stoffen“ zu reden: eine stofflose Chemie gibt es nicht.\\ | + | ==== 3. Eigenarten und Stoffe |
| - | Beispiele müssen dagegen immer die Dynamik verdeutlichen, | + | Materie, auch solche in gleichgeformten Körpern, kann sich unterscheiden. Eine Kugel kann aus Stein, Holz, Metall, Plastik bestehen. Diese verhalten sich jeweils anders und sind //eigen-artig//. Materie mit besonderen Eigenarten werden als Stoffe bezeichnet. |
| - | ===== Grundlegende Begriffszusammenhänge ===== | + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// |
| - | Die Bedeutung des Wortes „Chemie“(=schwarz, | + | |
| - | ==== Chemie als Handwerk ==== | + | ==== 4. Grenzen und Stoffportionen ==== |
| - | Was macht ein Laborant?, Arbeitsplatz Labor, Wie ist ein Labor aufgebaut? Laboratiumstechnik, | + | Den Teil eines Stoffes mit deutlicher Abgrenzung zu anderen, verschiedenen oder gleichen, Stoffen nennt man Stoffportion. Eine Stoffportion ist auch ein Körper, doch interessieren an ihm nicht seine Formen, sondern der Stoff, aus dem er besteht. |
| - | ==== Chemie als Technik ==== | + | |
| - | Was macht ein Ingenieur? Arbeitsplatz Betrieb, Beispiel einer Produktionsanlage, | + | Die Begriffe Materie und Körper sind in der (klassischen) |
| - | ==== Chemie als Wirtschaftsfaktor ==== | + | |
| - | Was macht die chemische Industrie? Beispiel für Produkte und Standorte, Wirtschaftsbedeutung, | + | Betrachtet wird die Veränderung von Stoffportionen, woraus sie entstanden und wozu sie wurden. |
| - | ==== Chemie als Wissenschaft ==== | + | |
| - | Was macht ein Forscher? Arbeitsplatz Universität; | + | ===== Grundlegende Methoden ===== |
| - | ==== Chemie als Philosophie ==== | + | |
| - | Erkenntnis von Natur, Manipulation von Natur, Gefahren im Umgang mit Stoffen, Abgrenzung zu Physik und Biologie, Alchemie | + | |
| - | ==== Chemie und Natur ==== | + | |
| - | Rohstoffe aus der Natur, Gewinnung, Reinigung, Transport, erzeugt natürliche Stoffe künstlich, produziert neue Stoffe, Abfälle und Wertstoffe, Kreisläufe, | + | |
| - | ===== Grundlegende Methoden | + | |
| ==== Modelle und Theorien | ==== Modelle und Theorien | ||
| - | Die Chemie sammelt Stoffwissen, | + | Die Chemie sammelt Stoffwissen, |
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| ==== Analogien ==== | ==== Analogien ==== | ||
| Analogien werden gesucht zwischen Struktur und Verhalten und übertragen auf ähnliche Strukturen. Sind genügend ähnliche Strukturen bekannt, faßt man sie in Kategorien zusammen (Alkohole, Ketone ...) Das Theoretisieren findet historisch seine Wurzeln in der Alchemie. | Analogien werden gesucht zwischen Struktur und Verhalten und übertragen auf ähnliche Strukturen. Sind genügend ähnliche Strukturen bekannt, faßt man sie in Kategorien zusammen (Alkohole, Ketone ...) Das Theoretisieren findet historisch seine Wurzeln in der Alchemie. | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| ==== Technische Verfahren ==== | ==== Technische Verfahren ==== | ||
| - | Technische Verfahren werden entwickelt, um das Verhalten der Stoffe gezielt zu steuern, reproduzierbar zu gestalten, zu optimieren und wirtschaftlich einzusetzen (z.B. Trennverfahren). Das Know-How der Chemie hat seine historischen Wurzeln in Handwerken und Künsten: Metallverarbeitung, | + | Technische Verfahren werden entwickelt, um das Verhalten der Stoffe gezielt zu steuern, reproduzierbar zu gestalten, zu optimieren und wirtschaftlich einzusetzen (z.B. Trennverfahren). Das Know-How der Chemie hat seine historischen Wurzeln in Handwerken und Künsten: |
| ==== Verschlüsselung ==== | ==== Verschlüsselung ==== | ||
| - | Beide Traditionszweige sind gekennzeichnet durch Geheimhaltung, | + | Beide Traditionszweige sind gekennzeichnet durch Geheimhaltung, |
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| ==== Experiment ==== | ==== Experiment ==== | ||
| Beide Traditionszweige nehmen das Experiment als Ausgangspunkt, | Beide Traditionszweige nehmen das Experiment als Ausgangspunkt, | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| ==== Vorgehensweise ==== | ==== Vorgehensweise ==== | ||
| - | Verbinden und Trennen, Analysieren und Synthetisieren, | + | Verbinden und Trennen, |
| - | ===== Energie | + | ===== Energiewechsel |
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| ==== Wärme (Energie) und Zustandsveränderung ==== | ==== Wärme (Energie) und Zustandsveränderung ==== | ||
| Den Zustand von Materie kann man verändern durch Wärme (Energie wird ausgetauscht). Diese Veränderungen haben wir als verdampfen/ | Den Zustand von Materie kann man verändern durch Wärme (Energie wird ausgetauscht). Diese Veränderungen haben wir als verdampfen/ | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| ==== Kraft (Energie) und Formveränderung ==== | ==== Kraft (Energie) und Formveränderung ==== | ||
| Den Zustand von Körpern kann man verändern durch Kraft (Energie wird zugeführt). Diese Veränderungen nennen wir verformen, vergrößern, | Den Zustand von Körpern kann man verändern durch Kraft (Energie wird zugeführt). Diese Veränderungen nennen wir verformen, vergrößern, | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| - | ==== chemische | + | ==== Chemische |
| Beobachten wir unsere Umgebung, so finden wir Veränderungen, | Beobachten wir unsere Umgebung, so finden wir Veränderungen, | ||
| Folgende Kennzeichen weisen auf etwas Neues hin: | Folgende Kennzeichen weisen auf etwas Neues hin: | ||
| - | * Es findet ein Eigenschaftswechsel statt: manche Eigenschaften sind nicht mehr zu beobachten, andere Eigenschaften sind erstmals zu beobachten | + | * // |
| - | * Das deutet daraufhin, daß Stoffe verschwinden und neue Stoffe entstehen | + | * // |
| - | + | * // | |
| - | Auf der Beschreibungsebene sagen wir: Stoffe reagieren (genauer. Ausgangsstoffe reagieren zu Endprodukten). | + | |
| Chemische Reaktionen sind immer von Energieaustausch mit der Umgebung begleitet (notwendig, aber nicht hinreichend, | Chemische Reaktionen sind immer von Energieaustausch mit der Umgebung begleitet (notwendig, aber nicht hinreichend, | ||
| - | Chemische Reaktionen kann man nicht entdecken oder sehen. | + | Chemische Reaktionen kann man nicht entdecken oder sehen. |
| Die so erhaltene Aussage: „Zucker hat zu Kohlenstoff reagiert.“ besitzt den Charakter einer Theorie. Aus einer solchen müssen Aussagen ableitbar und überprüfbar sein, z.B.: Wenn kein Zucker mehr da ist, darf die Stoffportion nicht mehr süß schmecken oder klebrig sein. Und wenn Kohlenstoff entstanden ist, dann sollte er brennbar sein und auf Papier eine schwarze Färbung hinterlassen. Das läßt sich überprüfen. | Die so erhaltene Aussage: „Zucker hat zu Kohlenstoff reagiert.“ besitzt den Charakter einer Theorie. Aus einer solchen müssen Aussagen ableitbar und überprüfbar sein, z.B.: Wenn kein Zucker mehr da ist, darf die Stoffportion nicht mehr süß schmecken oder klebrig sein. Und wenn Kohlenstoff entstanden ist, dann sollte er brennbar sein und auf Papier eine schwarze Färbung hinterlassen. Das läßt sich überprüfen. | ||
| - | Energie | ||
| + | ==== Energie ==== | ||
| Die wahrnehmbaren energetischen Aspekte richten auf zwei verschiedene Zeitpunkte: | Die wahrnehmbaren energetischen Aspekte richten auf zwei verschiedene Zeitpunkte: | ||
| - | + | - Zufuhr der Startenergie durch Wärme, offenes Feuer, Schlag (Zündplättchen), | |
| - | * Zufuhr der Startenergie durch Wärme, offenes Feuer, Schlag (Zündplättchen), | + | |
| - | | + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// |
| - | + | ===== Definitionen und Begriffshierarchien | |
| - | Der erste Aspekt wird fachlich korrekt mit dem Begriff Aktivierungsenergie erklärt. Der ist aber nur statistisch erklärbar, entsprechend schwierig zu verstehen und daher an dieser Stelle zu vermeiden. (PdN 1/1985, S. 33 ff) Machbar ist, die Aktivierungsenergie als „Startenergie“ der Reaktion anzudeuten. | + | |
| - | + | ||
| - | Der zweite Aspekt wird fachlich korrekt mit den Anfangs- und Endzuständen der Energieniveaus vor und nach der Reaktion | + | |
| - | ===== Definitionen und hierarchische Verknüpfung von Begriffen | + | |
| ==== Raum - Materie - Energie ==== | ==== Raum - Materie - Energie ==== | ||
| Der nicht erfüllte Raum ist das Nichts. Er ist nicht wahrnehmbar (horror vacui).\\ | Der nicht erfüllte Raum ist das Nichts. Er ist nicht wahrnehmbar (horror vacui).\\ | ||
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| Alles, was keinen Raum einnimmt, sich jedoch im Raum ausbreitet, ist Energie (Felder, Strahlung).\\ | Alles, was keinen Raum einnimmt, sich jedoch im Raum ausbreitet, ist Energie (Felder, Strahlung).\\ | ||
| Diese Begriffe beschreiben Wirklichkeit als Idee, sind getrennt gedacht, erscheinen aber nur gemeinsam. Materie beansprucht Raum, Energie verändert und bewegt Materie, dies benötigt Zeit. | Diese Begriffe beschreiben Wirklichkeit als Idee, sind getrennt gedacht, erscheinen aber nur gemeinsam. Materie beansprucht Raum, Energie verändert und bewegt Materie, dies benötigt Zeit. | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| ==== energetische und materielle Zustände ==== | ==== energetische und materielle Zustände ==== | ||
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| ==== Temperatur & Druck ==== | ==== Temperatur & Druck ==== | ||
| Die Größen Temperatur und Druck beschreiben die Aggregatzustände. Diese sind eine emergente Eigenheit von Materie/ | Die Größen Temperatur und Druck beschreiben die Aggregatzustände. Diese sind eine emergente Eigenheit von Materie/ | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| ==== Körper - Form - Ausdehnung - Gewicht ==== | ==== Körper - Form - Ausdehnung - Gewicht ==== | ||
| Eine Materieportion, | Eine Materieportion, | ||
| - | Die Zustände von Körpern werden qualitativ als Form (regelmäßig: | + | Die Zustände von Körpern werden qualitativ als Form (regelmäßig: |
| + | In der Physik wird der ideale Körper als Form ohne Volumen und Masse gedacht: der Massepunkt.\\ | ||
| + | Die platonischen Körper sind ideale symmetrische Körper auf geometrischer Grundlage, mit denen auch chemische Eigenschaften erklärt wurden: | ||
| + | * Tetraeder, also vier Flächen = vier gleichseitige Dreiecke | ||
| + | * Hexaeder (= Würfel), also sechs Flächen = sechs gleichseitige Vierecke (Quadrate) | ||
| + | * Oktaeder, also acht Flächen = acht gleichseitige Dreiecke | ||
| + | * Dodekaeder, also zwölf Flächen = zwölf gleichseitige Fünfecke | ||
| + | * Ikosaeder, also zwanzig Flächen = zwanzig gleichseitige Dreiecke | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| ==== Volumen - Masse - Symmetrie ==== | ==== Volumen - Masse - Symmetrie ==== | ||
| - | Die Zustände von Körpern sind emergente Eigenheiten von Körpern und werden beschrieben mit den Größen //Volumen// (abgeleitet aus der Grundgröße der Länge), //Masse, Symmetrie// | + | Die Zustände von Körpern sind emergente Eigenheiten von Körpern und werden beschrieben mit den Größen //Volumen// (abgeleitet aus der Grundgröße der Länge), //[[wiki: |
| Eine daraus abgeleitete Größe ist z.B. die Dichte.\\ | Eine daraus abgeleitete Größe ist z.B. die Dichte.\\ | ||
| //Formen// sind eine notwendige Bedingung der Existenz von Strukturen. | //Formen// sind eine notwendige Bedingung der Existenz von Strukturen. | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| ==== Eigenschaften & Stoffe ==== | ==== Eigenschaften & Stoffe ==== | ||
| Bei gleichen Körpern (homogen bezüglich Symmetrie, Volumen, Masse) sind verschiedene // | Bei gleichen Körpern (homogen bezüglich Symmetrie, Volumen, Masse) sind verschiedene // | ||
| - | Diese Zustände werden\\ | + | Diese Zustände werden |
| - | // | + | |
| - | // | + | |
| - | // | + | |
| Körper mit solchen Zuständen werden Stoffe genannt.\\ | Körper mit solchen Zuständen werden Stoffe genannt.\\ | ||
| Eigenschaften sind emergente Eigenheiten von Stoffen. Sie werden beobachtet bzw. gemessen bzw. mit skalierten Größen verglichen (z.B. Härteskala nach Mohs). | Eigenschaften sind emergente Eigenheiten von Stoffen. Sie werden beobachtet bzw. gemessen bzw. mit skalierten Größen verglichen (z.B. Härteskala nach Mohs). | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| ==== Stoffportion & Eigenschaftskombination ==== | ==== Stoffportion & Eigenschaftskombination ==== | ||
| Der Körper eines Stoffes oder eine endliche Anzahl von Körpern eines Stoffes werden Stoffportion genannt.\\ | Der Körper eines Stoffes oder eine endliche Anzahl von Körpern eines Stoffes werden Stoffportion genannt.\\ | ||
| Die bekannten Eigenschaften einer Stoffportion zu einem beliebigen Zeitpunkt werden Eigenschaftskombination genannt.\\ | Die bekannten Eigenschaften einer Stoffportion zu einem beliebigen Zeitpunkt werden Eigenschaftskombination genannt.\\ | ||
| - | Die vollständige Anweisung des Zuordnens einer Eigenschaftskombination zu einer Stoffportion wird Bestimmung genannt. | + | Die vollständige Anweisung des Zuordnens einer Eigenschaftskombination zu einer Stoffportion wird //Bestimmung// genannt. |
| ==== Stoffart & Eigenart ==== | ==== Stoffart & Eigenart ==== | ||
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| * Ist die Eigenschaftskombination einer Stoffportion ungleich den Eigenarten aller bekannten Stoffarten, so liegt entweder eine neue Stoffart vor, die definiert werden muß, oder die Stoffportion besteht aus mehreren Stoffarten. | * Ist die Eigenschaftskombination einer Stoffportion ungleich den Eigenarten aller bekannten Stoffarten, so liegt entweder eine neue Stoffart vor, die definiert werden muß, oder die Stoffportion besteht aus mehreren Stoffarten. | ||
| Die vollständige Anweisung des Zuordnens einer Stoffportion zu einer Stoffart wird Nachweis genannt. | Die vollständige Anweisung des Zuordnens einer Stoffportion zu einer Stoffart wird Nachweis genannt. | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| - | ==== homogen | + | ==== Homogen |
| Sind die Eigenschaftskombinationen einer untersuchten Stoffportion in allen Bereichen der Stoffportion gleich (räumliche Konstanz), so nennt man die Stoffportion homogen (bezüglich der Stoffart), auch wenn sie aus heterogenen Körpern besteht (z.B. kleine und große Kristalle).\\ | Sind die Eigenschaftskombinationen einer untersuchten Stoffportion in allen Bereichen der Stoffportion gleich (räumliche Konstanz), so nennt man die Stoffportion homogen (bezüglich der Stoffart), auch wenn sie aus heterogenen Körpern besteht (z.B. kleine und große Kristalle).\\ | ||
| Andernfalls liegt ein heterogener Stoff vor (bezüglich der Stoffart).\\ | Andernfalls liegt ein heterogener Stoff vor (bezüglich der Stoffart).\\ | ||
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| Gemische werden nach den in ihnen vorliegenden Phasengrenzen (homogen, heterogen) und nach den Aggregatzuständen der zugrundeliegenden Reinstoffe qualitativ unterschieden (s-s, s-l, s-g .....).\\ | Gemische werden nach den in ihnen vorliegenden Phasengrenzen (homogen, heterogen) und nach den Aggregatzuständen der zugrundeliegenden Reinstoffe qualitativ unterschieden (s-s, s-l, s-g .....).\\ | ||
| Homogene Gemische werden durch Gehaltsgrößen quantitativ beschrieben. Gehaltsgrößen beziehen die Größen Masse bzw. Volumen einer am Gemisch beteiligten Stoffportion entweder | Homogene Gemische werden durch Gehaltsgrößen quantitativ beschrieben. Gehaltsgrößen beziehen die Größen Masse bzw. Volumen einer am Gemisch beteiligten Stoffportion entweder | ||
| - | * | + | * auf die gleiche Größe der anderen am Gemisch beteiligten Stoffportion (Massen- oder Volumenverhältnis) oder |
| - | * | + | * auf die gleiche Größe des gesamten Gemisches (Massen- oder Volumenanteil) oder |
| - | * | + | * auf das Volumen der Lösung (Massen- oder Volumenkonzentration). |
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| ==== Reinstoffe ==== | ==== Reinstoffe ==== | ||
| Zeile 212: | Zeile 239: | ||
| ==== Teilen, Ordnen, Trennverfahren ==== | ==== Teilen, Ordnen, Trennverfahren ==== | ||
| Teilen bedeutet, eine gegebene Stoffportion in möglichst viele Körper möglichst gleicher Form zu zerlegen (Homogenität der Körper), und diese nach nach ihren Eigenheiten (Aggregatzustand, | Teilen bedeutet, eine gegebene Stoffportion in möglichst viele Körper möglichst gleicher Form zu zerlegen (Homogenität der Körper), und diese nach nach ihren Eigenheiten (Aggregatzustand, | ||
| - | Der Vorgang des Ordnens erfolgt durch Verschiebung | + | Der Vorgang des Ordnens erfolgt durch Verschieben |
| Die Beschleunigung wird unterstützt oder behindert durch körperspezifische Kräfte (Trägheit, Reibung, Auftrieb...) und äußere Bedingungen (Hilfsstoffe, | Die Beschleunigung wird unterstützt oder behindert durch körperspezifische Kräfte (Trägheit, Reibung, Auftrieb...) und äußere Bedingungen (Hilfsstoffe, | ||
| Die vollständigen Anweisungen zum Teilen von Gemischen heißen Trennverfahren. | Die vollständigen Anweisungen zum Teilen von Gemischen heißen Trennverfahren. | ||
| - | ==== Zustandswechsel ==== | + | ===== Zustandswechsel |
| Die Wechselwirkung einer Stoffportion mit Energie/ | Die Wechselwirkung einer Stoffportion mit Energie/ | ||
| * verdampfen, kondensieren, | * verdampfen, kondensieren, | ||
| - | * verformen, ausdehnen/ | + | * verformen, ausdehnen/ |
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| Die Änderungen der Stoffzustände werden anhand einer Reinstoffportion möglichst umfassend bekannter Eigenschaftskombination in vier Modellversuchen ermittelt: | Die Änderungen der Stoffzustände werden anhand einer Reinstoffportion möglichst umfassend bekannter Eigenschaftskombination in vier Modellversuchen ermittelt: | ||
| === Versuch 1 === | === Versuch 1 === | ||
| - | Ein isoliertes System (ohne Stoff- und Energieaustausch mit der Umgebung) enthalte eine Reinstoffportion und nichts anderes.\\ | + | Ein isoliertes |
| Dann ist deren Eigenschaftskombination über beliebig lange Zeiten unverändert. Allgemein formuliert: | Dann ist deren Eigenschaftskombination über beliebig lange Zeiten unverändert. Allgemein formuliert: | ||
| Ein Reinstoff ist unveränderlich, | Ein Reinstoff ist unveränderlich, | ||
| (Ausnahme: radioaktiver Zerfall) | (Ausnahme: radioaktiver Zerfall) | ||
| - | === Versuch 2: Defintion | + | === Versuch 2: Definition |
| Ein geschlossenes System (ohne Stoffaustausch mit der Umgebung) enthalte eine Reinstoffportion und nichts anderes.\\ | Ein geschlossenes System (ohne Stoffaustausch mit der Umgebung) enthalte eine Reinstoffportion und nichts anderes.\\ | ||
| Befindet sich zu einem beliebigen Zeitpunkt und nach beliebigem Energieaustausch immer nur ein Reinstoff im System, so nennt man diesen ein chemisches Element.\\ | Befindet sich zu einem beliebigen Zeitpunkt und nach beliebigem Energieaustausch immer nur ein Reinstoff im System, so nennt man diesen ein chemisches Element.\\ | ||
| Dabei auftretende Eigenschaftswechsel zeigen Modifikationen des betreffenden Elements an. | Dabei auftretende Eigenschaftswechsel zeigen Modifikationen des betreffenden Elements an. | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| === Versuch 3: Definition einer Verbindung === | === Versuch 3: Definition einer Verbindung === | ||
| Ein geschlossenes System enthalte eine Reinstoffportion und nichts anderes.\\ | Ein geschlossenes System enthalte eine Reinstoffportion und nichts anderes.\\ | ||
| - | Findet sich zu einem beliebigen Zeitpunkt und nach beliebigem Energieaustausch jemals ein Gemisch im System, so nennt man die ursprüngliche Reinstoffportion eine Verbindung.\\ | + | Findet sich zu einem beliebigen Zeitpunkt und nach beliebigem Energieaustausch jemals ein Gemisch im System, so nennt man die ursprüngliche Reinstoffportion eine Verbindung. |
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| === Versuch 4: Eigenschaftswechsel & Stoffartwechsel === | === Versuch 4: Eigenschaftswechsel & Stoffartwechsel === | ||
| Zeile 245: | Zeile 275: | ||
| ==== Chemische Reaktion ==== | ==== Chemische Reaktion ==== | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| + | |||
| === endotherm - exotherm === | === endotherm - exotherm === | ||
| Der Vorgang des Stoffartwechsels wird chemische Reaktion genannt.\\ | Der Vorgang des Stoffartwechsels wird chemische Reaktion genannt.\\ | ||
| Zeile 268: | Zeile 300: | ||
| Nach häufiger Wiederholung, | Nach häufiger Wiederholung, | ||
| - | ==== Stoffklassen ==== | + | ==== Stoffklassen |
| - | + | ||
| - | === strukturelle Vernetzung | + | |
| Diese Eigenschaftskombinationen werden geordnet (nach Art und Anzahl identischer Eigenschaften). | Diese Eigenschaftskombinationen werden geordnet (nach Art und Anzahl identischer Eigenschaften). | ||
| Reinstoffe ähnlicher Eigenschaftskombinationen werden einer Stoffklasse zugeordnet (z.B.: Metalloxide, | Reinstoffe ähnlicher Eigenschaftskombinationen werden einer Stoffklasse zugeordnet (z.B.: Metalloxide, | ||
| Zeile 278: | Zeile 308: | ||
| Die Durchführung zahlreicher Versuchsreihen führt zu immer mehr und immer umfangreicheren Stoffklassen (Säuren, Laugen, Sulfide, Fluoride, Alkane, Alkanole ...). | Die Durchführung zahlreicher Versuchsreihen führt zu immer mehr und immer umfangreicheren Stoffklassen (Säuren, Laugen, Sulfide, Fluoride, Alkane, Alkanole ...). | ||
| - | Da immer nur ein Stoff verändert wird, sind alle Stoffklassen voneinander abhängig | + | Da immer nur ein Stoff verändert wird, sind alle Stoffklassen voneinander abhängig, also nicht nur formal sondern auch strukturell: Metalle mit Sauerstoff zu Metalloxiden, |
| ==== Prognose, Falsifikation, | ==== Prognose, Falsifikation, | ||
| Zeile 284: | Zeile 314: | ||
| Mit den Versuchen 5 und 6 wird die Prognose überprüft. Jede zugetroffene Prognose bestätigt die Zuordnung zu einer Stoffklasse und macht sie wahrscheinlicher. | Mit den Versuchen 5 und 6 wird die Prognose überprüft. Jede zugetroffene Prognose bestätigt die Zuordnung zu einer Stoffklasse und macht sie wahrscheinlicher. | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| ==== Reihen ==== | ==== Reihen ==== | ||
| Zeile 296: | Zeile 329: | ||
| Die vollständige Anweisung zum Herstellen von Stoffen mit bestimmten Eigenschaften heißt Synthese. | Die vollständige Anweisung zum Herstellen von Stoffen mit bestimmten Eigenschaften heißt Synthese. | ||
| + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// | ||
| ==== Analyse ==== | ==== Analyse ==== | ||
| Soll ein unbekannter Stoff untersucht werden, so erfordert dies zunächst eine zielgerichtete Fragestellung. Mit den bisher definierten Methoden lassen sich untersuchen: | Soll ein unbekannter Stoff untersucht werden, so erfordert dies zunächst eine zielgerichtete Fragestellung. Mit den bisher definierten Methoden lassen sich untersuchen: | ||
| - | + | | |
| - | | + | * die Anzahl der darin enthaltenen Reinstoffe durch Anwendung der Trennverfahren; |
| - | * | + | * die Einteilung in Element oder Verbindung durch Versuch 2 und 3; |
| - | * | + | * die Reaktionsfähigkeit gegenüber allen anderen Stoffen durch Versuch 4; |
| - | * | + | * die Zugehörigkeit zu bestimmten Stoffklassen durch die Versuch 5 und 6; |
| - | * | + | |
| - | + | Auswahl und Anwendung geeigneter Verfahren sind durch die Fragestellung bedingt und führen zu einer Antwort auf die Fragestellung. Die vollständige Anweisung zur Untersuchung einer Stoffportion heißt Analyse. Diese Analyse ist Teil einer umfassenderen [[wiki: | |
| - | der Nachweis der Stoffart durch Bestimmung der Eigenschaftskombination der Stoffportion. | + | * Zur Begriffsgeschichte siehe [[https:// |
| - | Auswahl und Anwendung geeigneter Verfahren sind durch die Fragestellung bedingt und führen zu einer Antwort auf die Fragestellung. | + | ===== Messen ===== |
| - | + | Synthese- und Analysevorschriften bedürfen quantitativer Angaben, die durch [[wiki: | |
| - | Die vollständige Anweisung zur Untersuchung einer Stoffportion heißt Analyse. | + | |
| ===== Literatur ===== | ===== Literatur ===== | ||
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| * STRUBE: Der historische Weg der Chemie | * STRUBE: Der historische Weg der Chemie | ||
| * PEETZ: Leben ohne Chemie? | * PEETZ: Leben ohne Chemie? | ||
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| - | ===== Nachbemerkung ===== | ||
| - | === Wirklichkeit, | ||
| - | Die Theorie der Materie erfordert eine Theorie der Wahrnehmung.\\ | ||
| - | Vermieden wurde der Begriff der Wirklichkeit. Damit erhält dieser Ansatz von vornherein eine konkretere Dimension. Wirklichkeiten lassen sich konstruieren.\\ | ||
| - | Wahrnehmungen haben eine andere, eine anthropozentrische Dimension. Deren Aspekte seien nur kurz angedeutet. Etwas für wahr nehmen impliziert, die Wahl zu haben, es annehmen oder auch ablehnen zu können. Das will ich nicht wahr haben. Wahrnehmung entsteht über Sinneseindrücke. In einer Welt der Blinden oder der Gehörlosen wird die Welt anders wahrgenommen, | ||
| - | Wahr ist auch nur das, was allgemein als wahr anerkannt wird. Im allgemeinen wird als wahr anerkannt, was nützlich ist. Nützlich ist, was hilft, in der Welt zu überleben.\\ | ||
| - | Individuelle Wirklichkeiten werden allgemein akzeptiert, wenn sie die allgemein anerkannten Wirklichkeiten nicht stören. Ihren nützlichen Wert haben sie als Probehandeln. Im Unterschied zur anerkannten Wirklichkeit (Wissen) ist ihre Grundlage der Glaube. | ||
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